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22.05.2016, 09:57

Geschichte

Vorzeit

Bereits an der alten Moosach (Reigersbach - Feldmochinger Mühlbach), die im gleichnamigen Ort entsprang, finden sich Spuren von Siedlungen aus allen Epochen seit der Steinzeit. Bronzezeitliche Funde (etwa 1.500 v. Chr.) aus Grabhügeln fanden sich in der Fasanerie-Nord in der Sonnentaustraße zwischen Schneeglöckchenstrasse und Am Schnepfenweg. Auch die Römerzeit hat Spuren hinterlassen. In einem Hügel fanden sich eine mittelkaiserzeitliche, in einem anderen eine frühkaiserzeitliche römische Nachbestattung.

Die Anwesenheit der Kelten mit ihrer hohen Kultur zwischen 500 und 15 v. Chr. in unserem Raum ist durch die Überreste einer "Viereckschanze", zwischen Feldmoching und Hasenbergl-Nord südlich der Autobahn A99 in Höhe der Frankaustraße nachgewiesen.

Die Schneeglöckchenstraße in der Fasanerie ist möglicherweise eine alte Römerstraße. Sie diente noch im Mittelalter - bis zur Verlegung durch Herzog Heinrich den Löwen und der "Gründung" des Marktes München 1158 - als Salzstraße. Auch die Feldmochinger Straße ist eine alte Verbindungsstraße. Nördlich und südlich des Gebietes des Kleingartenvereins Hasenbergl (Grohmannstraße) sind merowingische und frühmittelalterliche Gräber sowie Siedlungsreste aufgefunden worden. Nicht zu vergessen der ehemalige Pestfriedhof (um 1634, bei der Flur "Rotes Kreuz"), der an der Fortner-/Ecke Thelottstraße zu verorten ist. 1) In unmittelbarer Nähe befand sich die von Herzog Heinrich V errichtete "Frauenklause", wovon die spätere Siedlung Frauenholz ihren Namen herleitete. 2)

Feldmoching

Um das Jahr 500 n.Chr. ließen sich bajuwarische Siedler an einem Zufluß der Moosach nieder und gründeten Feldmoching. Das Dorf entwickelte sich zum Hauptort im Münchner Norden, erhielt um 700 Silber- und messingtauschierte eiserne Riemenzungen mit koptischen Lebenszeichen und menschlichen Brustbildern aus dem Reihengräberfriedhof (7. Jh.)eine erste Kirche und wurde Sitz einer Pfarrei. Seine Bedeutung büßte der relativ große Ort seit 1158 durch die Gründung Münchens, das zur Hauptstadt Bayerns aufstieg, ein.

"Feldmoching wurde im Mittelalter zum größten und wichtigsten Ort auf dem G'fild. Nur, wann die erste urkundliche Erwähnung anzusetzen ist, wissen wir nicht – eine so genannte Geburtsurkunde gibt es also nicht. 748 wird zwar schon einmal ein Machinga erwähnt, aber das wird wohl eher Holzmoching, das heutige Ampermoching, sein. Die erste unzweifelhaft auf Feldmoching bezogene Urkunde ist dann nicht einmal genau datiert, aber wohl in die Zeit zwischen 790 und 812 zu legen." 3) 

1599 verlor Feldmoching seine Eigenschaft als Amtssitz und wurde der Hofmark Schleißheim zugeschlagen. 1818 wurde Feldmoching wieder selbständige politische Gemeinde; flächenmäßig eine der größten in Bayern. Der Ort behielt seinen dörflichen Charakter auch nach der Anlage der Eisenbahn, die seit 1857 östlich von ihm vorbeiführte. Seit der Jahrhundertwende nahm die Bevölkerung im Raum München immer stärker zu. Daher verkauften auch Feldmochinger Bauern an den Rändern zur Stadt hin Grundstücke und es entstanden in den "Kolonien" Fasanerie (seit 1897), Lerchenau (seit 1901) und Harthof (seit 1908) Gärtnereien und Siedlungshäuser.

1938 wurde die Gemeinde Feldmoching von den Nationalsozialistischen Machthabern nach München eingemeindet. Im gleichen Jahr wurde die seit 1803 als Moorkolonie entstandene Gemeinde Ludwigsfeld Teil der "Hauptstadt der Bewegung" und ihres 33. Stadtbezirkes. Auf die Gültigkeit des "Feldmochinger Beitrittsvertrages", der im besonderen die Belange der Landwirtschaft schützt und auch heute noch Gültigkeit hat, sei hier hingewiesen.

Das Hasenbergl

Mit der Eingemeindung Feldmochings 1938 ging man auch daran, die "Egern" östlich der Bahnlinie, die als Kartoffeläcker dienten, mit Häusern zu bebauen. Die Geschichte des Hasenbergls ist sehr viel älter als die der Großsiedlung "Am Hasenbergl", die erst am Ende der 1950er Jahre beginnt. Das Hasenbergl ist eine in der Eiszeit entstandene natürliche Erhebung, ein Hochterrassen-Riegel aus Löß in der Ausdehnung von 600 mal 100 m und bis zu acht Meter Höhe. Der Hügel wurde ursprünglich Laimpichl (Lehmbuckel) genannt. Nach seiner Bestimmung als Hasenjagdrevier für die in Schleißheim weilenden Kurfürsten hieß es später Küniglberg, Kaninchenberg und Hasenbergl. So befand sich 1785 auf dem späteren Siedlungsgebiet eine Hasenhütte. Das Gelände um die für den Hasenmeister errichtete Hasenhütte war bewaldet und erstreckte sich von der Dülferstraße aus nördlich bis zur heutigen Aschenbrennerstraße. Dort wo heute die katholische Kirche Mariä Sieben Schmerzen zu sehen ist, stand gegenüber im 19. Jh. eine Schinderhütte, um 1900 das Wirtshaus des Abdeckers "Flaucher", etwas weiter südöstlich 1920 eine Gärtnerei und Baumschule. In der Weimarer Republik wurde das Gebiet als Truppenübungs- und Exerzierplatz der Reichswehr genutzt. Nach Beginn des II. Weltkrieges wurde eine Flak-Stellung am "Hasenberg" installiert. Nach dem 2. Weltkrieg hielten die US-Streitkräfte das Gebiet bis 1951 besetzt, danach diente es bis 1969 der Bundeswehr zu militärischen Übungszwecken.

Siedlungen am Hasenbergl

Anfang der 50er und 60er Jahre entstanden durch Selbsthilfe südlich des Hasenbergls zwei Eigenheim-Siedlungen. Die eine zwischen Schleißheimer Straße, Caracciola-, Reschreiter- und Dülferstraße. Die andere zwischen Ittlinger-, Weitl-, Riemerschmid- und Dülferstraße. Die erbauten Häuser waren nicht alle für Einheimische bestimmt. Vorwiegend städtische Angestellte und Polizeibeamte wohnten in der Selbsthilfesiedlung. Zum Bau einer bereits geplanten dritten Siedlung kam es nicht mehr. Am 25. Mai 1960 legte der damals frisch gewählte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel den Grundstein für die "Siedlung am Hasenbergl".

Hier errichteten bis 1965 sieben gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften unter der Trägerschaft der Neuen Heimat (Südhausbau, GWG und evangelisches Siedlungswerk in 2 Abschnitten Wohnungen). Über 18.000 Menschen, besonders viele Kinder, fanden hier eine neue Heimat. Das "Stammsiedlung" Hasenbergl umfasste etwa 5.600 Wohnungen und 50 Eigenheime. 99% aller Wohnungen wurden im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus erstellt.

Im Süden wurde entlang von Rainfarnstraße, Riemerschmidstraße, Eduard-Spranger-Straße und Eberwurzstraße von der Neuen Heimat Bayern in einem weiteren Bauabschnitt von 1965 bis 1968 die Wohnanlage Hasenbergl-Süd errichtet. Die rund 1.800 Wohnungen waren überwiegend für Beamte bestimmt.

In diesem Bereich wurde 1971 das Augustinum München Nord an der Weitlstraße mit öffentlich zugänglichem Theatersaal, Cafe und Schwimmbad erbaut. Daneben entstand an der Rainfarnstraße das Heilpädagogische Centrum Augustinum sowie eine Schule zur Förderung von geistig Behinderten. 1971 entstand durch kirchliche Initiative auf dem späteren Gebiet des ABIX der erste Abenteuerspielplatz Münchens.  

Infrastruktur

Bis in die 70er Jahre fehlten wichtige Einrichtungen. So reichten die Schulen nicht aus, es gab zu wenig Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte, aber auch die Verkehrsanbindung an die Stadt war mangelhaft. Im Lauf der Jahre konnten diese Mängel teilweise behoben werden. So schuf die Landeshauptstadt München hier Modelleinrichtungen wie den Abenteuerspielplatz ABIX oder die Gesamtschule München Nord (Willy-Brandt- Gesamtschule). Von 1993 bis 1996 war der U-Bahnhof Dülferstraße Endstation der U2. Seit 1996 ist dies Feldmoching.  

Einen gewichtigen Betrag zum sozialen Leben leisteten die Kirchen. Aus dem Geist der Ökumene heraus wurden 1962 die evangelisch-lutherische Evangeliumskirche und die katholische Nikolauskirche zusammen am Stanigplatz errichtet. Das dichte Netz sozialer Einrichtungen und Hilfen ist vor allem dem 1964 durch Pfarrer Steiner gegründeten "Sozialen Beratungsdienst am Hasenbergl e.V"., jetzt Diakonie München Nord, zu verdanken. Der seit 1962 hier wirkende evangelische Pfarrer und spätere Prodekan Otto Steiner hat sich hier zusammen mit seiner Frau Elisabeth die größten Verdienste erworben. Eine Aufwertung für das Hasenbergl ist die Anlage des Pfarrer-Steiner-Beratungszentrums mit seinen richtungsweisenden Angeboten.

Es gibt kaum einen Stadtteil in München, der soviel Grün aufweist: in den Anlagen und zwischen den Häusern aber auch in der Umgebung mit Dreiseenplatte, Schloß Schleißheim und Olympiapark und die großen Naturschutzgebiete Nordhaide und Schwarzhölzl. Durch den Bau der U-Bahn in das Hasenbergl ist die Verkehrsanbindung seit 1993 ideal.

Durch die Aufnahme in das Programm "soziale Stadt" im Jahr 1999 hat das Hasenbergl seitdem viele Veränderungen erfahren. Die Wohnumfeldverbesserungen machen sich zwischenzeitlich in vielfältiger Weise bemerkbar. Zu nennen sind die Schaffung zusätzlicher Kindertagesstätten und die Nachverdichtung. Zukunftsweisend wird der Neubau des Ladenzentrums an der Dülfer- Blodigstraße sein. Endlich soll das Hasenbergl ein Kulturzentrum mit Volkshochschule und Stadtteilbibliothek erhalten. Daneben werden dort nach wie vor Läden beheimatet sein. 


Weitere Siedlungen:
Siedlung am Lerchenauer See (1963 - 1967)
Hasenbergl-Süd (1965 - 1968)
Hasenbergl-Nord (1965 - 1971)
Feldmochinger Anger (1970 - 1973)

Größere Wohnbauten entstanden ab 2001 auf der im Osten benachbarten Nordhaide (ehemals Panzerwiese), die offiziell zum Stadtteil Milbertshofen-Hart gehört.

Harthof

Um 1890 wurde nördlich der heutigen Post in der Max-Liebermann-Straße, das Gut Harthof erbaut, benannt nach der Flur Hart 4) Das Gut wurde 1927 von der Stadt München erworben. Der Name Harthof bezeichnet heute ein großes Gebiet, das von der Augustin-Rösch-Straße / Rathenaustraße nach Norden bis zur Neuherbergstrasse / Caracciolastraße reicht und von der Ingolstädter Straße nach Westen bis zur Eberwurzstraße. Es lag ursprünglich ganz in der Gemeinde Feldmoching. Bei einer neuen Stadtbezirkseinteilung wurde 1956 die Schleißheimer Straße Grenze und nur der westliche Teil des Harthof gehört zu Feldmoching-Hasenbergl.

Ab 1900 wurde Land um die Schleißheimer Straße an Gärtner und Siedlungswillige verkauft und es entstanden die Häuser der Kolonie Harthof. Gärtnereien beherrschten mit ihren Blumen- und Gemüsefeldern bis in die 60er Jahre das Ortsbild. Viele Siedler waren Nebenerwerbsgärtner. Daneben betrieben sie die wurden Kleintierhaltung (Hasen, Ziegen, Hühner). 1937 hatte der Harthof bereits 737 Einwohner in 200 Haushaltungen. Damals versuchte die Gemeinde Feldmoching ihre wachsenden "Kolonien", die natürlich auch soziale Probleme und Anforderungen mit sich brachten, an die Stadt München abzuschieben, um das Altdorf vor einer Eingemeindung zu retten.

Nach der Währungsreform setzte eine intensive Bebauung ein, die bis heute anhält. Kerngebiet des Harthofs bildet eine 1954 in Selbsthilfe errichte Siedlung zwischen Gundermann-, Eberwurz-, Caracciola- und Heimperthstraße. Es entstanden nun größere Projekte und auch viele einzelne Baumaßnahmen. Aufgrund der ursprünglich großen Grundstücke (etwa 1 Tagwerk) wurden bei der Verdichtung Hammergrundstücke mit langer Zufahrt zum Wohngebäude gebildet. Die meisten Bauten wurden von 1970 bis 1990 errichtet. Die Stadt unterstützte viele im Rahmen ihres Wohnraumbeschaffungsprogramms. Es gibt hier Mietwohnungen, "Sparhäuser" mit niedrigem Standard, aber auch luxuriöse Villen.

Auf dem Nordteil des ehemaligen Virginia-Depots, das sich von der Schleißheimer Straße bis zur Maßliebchenstraße erstreckt, wurden 1985 rund 30.000 qm zur Errichtung eines Gewerbegebietes freigegeben. Am Olschewski-Bogen ließen sich Unternehmen wie die Werkstätten des Heilpädagogischen Centrums Augustinum nieder. Das Gebiet der ehemaligen Gärtnerei Hertel südlich der Pulverturmstraße zwischen Maßliebchen- und Eberwurzstraße kam in den Besitz der Landeshauptstadt München. Das Hertel-Wäldchen ist heute Grünanlage.

Eines der bekanntesten Ausflugslokale wurde die um die Jahrhundertwende gegründete Schleißheimer Alm (heute Schleißheimerstraße 415), die ab 1902 von Heinrich und Maria Koller übernommen wurde. Im März 1930 brannten Teile das Anwesen nieder, wurden aber wieder aufgebaut. Seit 1932 führte Martin Koller das Wirtshaus, Metzgerei und Schweinezucht. 1985 wich das Gebäude ein Neubau. Die Freiwillige Feuerwehr wurde am Harthof 1922 gegründet, die sich 1927 der freiwilligen Feuerwehr Feldmoching anschloß. 5)

Ludwigsfeld

Kurfürst Maximilian IV. Joseph (reg. 1799-1825; ab 1806 König Maximilian I.) ließ Moorgründe kultivieren. So wurden an der Landstraße von München nach Dachau nördlich von Moosach Kolonisten angesiedelt. Sie sollten nicht nur das Moos kultivieren, sondern auch den Bauern der umliegenden Ortschaften als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

1802 wurde an der Dachauer Landstraße (heute: Auf den Schrederwiesen) der Grundstein zum ersten Ansiedlergebäude sowie eines Schulhauses von Ludwigsfeld gelegt. Der Name Ludwigsfeld wurde nach dem damaligen Kronprinzen Ludwig (1786-1868), dem späteren König Ludwig I. verliehen. Jeder Kolonist erhielt Haus, Garten, Felder, Wiesen und Holz zugeteilt. Die Ansiedler bekamen die Gründe unentgeltlich zu Eigentum und hatten für diese erst nach zehn Jahren einen jährlichen Bodenzins zu bezahlen. Das Leben und die Arbeit der Kolonisten war hart.

1818 bildete Ludwigsfeld eine eigene Gemeinde. Haupteinnahmequellen war der Torfverkauf und die winterliche Eisgewinnung aus den Torfstich-Tümpeln für die Münchner Brauereien.

1820 lebten 117 Menschen in 18 Häusern. 1875 wurden 133 Einwohner gezählt und bis 1900 stieg die Einwohnerzahl auf 254. Um 1890 kaufte Oberst Max von Lutz 10 Anwesen und errichtete westlich der Dachauer Straße (heute: Auf den Schrederwiesen 2/4) ein Vollblutgestüt. Dazu erbaute er 1892 gegenüber ein Herrenhaus mit neuromanischem Uhrenturm beim Campingplatz (Auf den Schrederwiesen 3). Im Jahr 1914 erwarb Dr. Alfred Wolff (1866-1959) das Anwesen und züchtete hier Traber. Daneben wurden einige Gärtnereien eingerichtet. Dies war durch die Verbesserung der Bodenqualität möglich, nach der 1927 in Gemeinschaftsarbeit durchgeführten Moorentwässerung mit Tieferlegung des Schwabenbachls. Anstelle der alten Tafernwirtschaft "Zur Lüfte" entstand 1928 ein großer Neubau (heute Auf den Schrederwiesen 27).

Die Gemeinde war finanziell gut gestellt So verzichtete sie seit 1922 darauf Steuern und Abgaben zu erheben. Verständlicherweise wollte sie selbständig bleiben. Die am 23.11.1938 verfügte Eingemeindung nach München (zusammen mit Allach, Unter- und Obermenzing sowie Solln) war deshalb nicht freiwillig. Die Ludwigsfelder konnten immerhin erreichen, zum Bezirk Feldmoching, mit dem sie u.a. Kirche und Friedhof verband, geschlagen zu werden. Bei der Eingemeindung zählte Ludwigsfeld 245 Einwohner; es gab 8 landwirtschaftliche Anwesen und 11 Gärtnereien.

Südlich von Ludwigsfeld und der Dachauer Straße entstand 1940-42 ein Baugüterbahnhof für die großen Bauvorhaben der Reichsbahn und des Generalbaurats. Durch den Bau des Rangierbahnhofs München-Nord im Süden des Dorfs zwischen 1987 und 1991 verschwand im Frühjahr neben einigen Häusern auch der Turm des einstigen Guts mit seinen Innenmalereien als "Bodendenkmal" unter der Aufschüttung für den nördlichen Lärmschutzwall. Nachdem am 26.5.1990 die 125 m lange Brücke und die neue vierspurige, um 400 m nach Westen verlegte Dachauer Straße dem Verkehr übergeben waren, wurde die alte Dachauer Straße (Auf den Schrederwiesen/Rothwiesenstraße) von dem immer stärker anwachsenden Durchgangsverkehr der B 304 befreit, der Ortskern aber damit abgehängt.

Siedlung Ludwigsfeld

Östlich der Dachauer Straße entstand Ende 1942 während des Zweiten Weltkriegs das "KZ-Außenlager Dachau-Allach" als Außenlager des KZ Dachau, in dem die SS im Auftrag von BMW unter unmenschlichen Bedingungen Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter  für BMW unterbrachte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren darin über 2.300 Häftlinge zu Tode gequält worden.  Am 29.4.1945 befreiten US-Soldaten das KZ Dachau, tags darauf auch das Lager in Ludwigsfeld. Am 2.5.1997 wurde an der letzten bestehenden Baracke an der Granatstraße eine Gedenktafel für die Opfer enthüllt. 6) Das Aussenlager kann als eines der  Grausamsten bezeichnet werden.

Nach Kriegsende wurden im benachbarten BMW-Wohnlager Ludwigsfeld zunächst Displaced Persons (DP) untergebracht, das waren Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene, die in ihre Heimat zurückkehren sollten. Später waren darin ehemalige Kriegsgefangene interniert, danach wurde dort Kriegsmaterial gelagert, das über eine Verwertungsgesellschaft die zivil nutzbaren Militärgüter an die Polizei und andere Behörden verkaufen sollte. Ein Teil des Lagers war später auch mit Heimatvertriebenen, "Kasernenverdrängten" (in US-Kasernen internierte SS-Angehörige) und Flüchtlingen belegt. 7) Auf dem Ostteil des Lagergeländes entstand 1952 für anfangs rund 3.000 Personen die "Neue Siedlung Ludwigsfeld", wegen ihrer Straßennamen auch Edelstein-Siedlung genannt.

Nach Fertigstellung der Siedlung stieg Ludwigsfelds Einwohnerzahl bis 1961 auf 4.285, davon allein 3.785 in der Siedlung, 395 im Dorf und 105 im übrigen Bereich. Seit 1970 pendelt sich die Einwohnerzahl insgesamt bei etwa 3.800 ein. 1996 kam durch Neueinteilung der Bereich zwischen Schwabenbächl und Dachauer Straße von Allach zum 24. Stadtbezirk. Durch neue Eigentumswohnungen und Reihenhäuser im Osten und Süden stieg die Einwohnerzahl seit 2000 weiter an. Ein großes Problem wurde dadurch der Mangel an Parkplätzen. 8)

Die Siedlung ist zwischenzeitlich in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Für die heutigen Wohnbedürfnisse waren die Wohnungen zu klein und technisch unzureichend (Kohleofenheizung, etc) ausgestattet. 2008 kaufte die Wohnungsgesellschaft "Patrizia" die Siedlung, die nun Schritt für Schritt saniert wird.

Fabriken und Autobahn
BMW übernahm 1955 wieder das einstige Werk II (BMW-Triebwerksbau) und verkaufte es 1959 samt Einrichtungen an MAN (MAN-Turbo). Zehn Jahre später wurde die Motoren- und Turbinen-Union München GmbH (MTU) neuer Hausherr auf dem südlichen Werksgelände (Dachauer Str. 665). Die MAN Nutzfahrzeuge AG behielt den nördlichen Bereich (Dachauer Str. 667). Die Anschlußstelle München-Ludwigsfeld stellt die Verbindung zwischen der B 304 neu und der A 99 her. Hier hat der 24. Stadtbezirk die einzige Autobahn-Auffahrt auf seinem Gebiet und der Name Ludwigsfeld dringt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Neben dem Autobahn-Dreieck Feldmoching wird er auch bei Staumeldungen im Radio erwähnt.
_____________________________
1) Volker Laturell, Feldmoching-Hasenbergl, Bavarica Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 2000, S. 16, 86.
2) Vgl. Franz Vollkommer, Geschichte des Lagers Frauenholz, unveröffentlichtes Typoscript, München 1959. 
3) Vgl. Volker Laturell, http://www.feldmoching.com/index.php?id=49
4) Hart bedeutet "Wald, der als Gemeindeweide benutzt wird". Vgl. Laturell, S. 172.
5) Vgl. Laturell, S. 81 ff.
6) Vgl. Klaus Mai, Das vergessene KZ, Das KZ-Außenlager Dachau-Allach und das OT-Lager Allach-Karlsfeld,München 2015, Vgl. auch: Rozalija Sokola, 30. April 1945, Ende und Anfang, München 2005
7) Vgl. ebd.
8) Vgl. Klaus Mai, 60 Jahre Neue Siedlung Ludwigsfeld, München 2013.

Hinweis: Der Beitrag beruht auf meinen Veröffentlichungen im Internet über den Stadtbezirk 24. Der Text wurde von überarbeitet und um Fotos und weitere Hinweise ergänzt.

Literaturhinweise:
Klaus Mai, 60 Jahre Neue Siedlung Ludwigsfeld, München 2013
Klaus Mai, Das vergessene KZ, Das KZ-Außenlager Dachau-Allach und das OT-Lager Allach-Karlsfeld, München 2015
Volker Laturell, Feldmoching Hasenbergl, Bavarica Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 2000
Otto Steiner, Streifzug eines Pfarrers und Zeitgenossen am Hasenbergl, Teil I und II, Rothenburg o.d.T. 1987
Herrmann Dannheimer und Günther Uhlbert, Die bajuwarischen Reihengräber von Feldmoching und Sendling, Kallmünz/Opf. 1956
Rudolph Kühnel, 10 Jahre SPD am Hasenbergl, 1971
Hugo Feucht, 20 Jahre sozialer Beratungsdienst am Hasenbergl, 1964 - 1984
Die U 2-Nord. U-Bahn vom Scheidplatz bis Feldmoching, Festschrift zur Eröffnung der letzten Teilstrecke vom 26.10.1996
Wohnstift Augustinum München Hasenbergl. München 1970, R. Bauer, I. Deckert, R. Kühnel: Hasenbergl Gestern - heute - morgen. München 1978

Bildnachweis:
Mit freundlicher Genehmigung: Archäologische Staatssammlung, Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Stadtarchiv München, Diakonie Hasenbergl, Klaus Mai, Otto Bürger.

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